Wohnen in Österreich im internationalen Vergleich noch leistbar

73% der Österreicher:innen sind der Meinung dass sich Wohnen in den letzten Jahren stärker verteuert hat als andere Lebensbereiche. Ihre persönliche Leistbarkeitssituation schätzen die Meisten aber als durchaus gut ein. Objektiv betrachtet liegt die Leistbarkeit von Wohnraum hierzulande im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Im Schnitt wendeten die Österreicher:innen 2021 rund 18% des verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnen auf. 2022 dürfte dieser Wert aufgrund steigender Preise für Strom und Gas sowie der Zinswende etwas höher ausfallen. 


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In einer von Raiffeisen Immobilien Österreich, der Immobilienmakler-Organisation der Raiffeisenbanken Gruppe, bei Gallup in Auftrag gegebenen Umfrage* sehen 71% der Befragten in der Schaffung leistbaren Wohnraums die größte Herausforderung der Immobilien-Branche – weit vor Nachhaltigkeit & Klimaschutz sowie Versiegelung & Bodenverbrauch. 73% sind der Meinung, dass sich das Wohnen in den letzten Jahren stärker verteuert hat als andere Lebensbereiche, 64% denken dass junge Menschen ohne Unterstützung ihrer Familie kaum mehr selbst Wohnraum schaffen können. Und lediglich 8% meinen, dass der Staat die Menschen ausreichend unterstützt, damit sie sich das Wohnen leisten können. Gefragt nach ihrer persönlichen Situation gab bei der Umfrage jedoch fast die Hälfte (45%) an, sich das Wohnen gut leisten zu können. Nur 13% sehen ihre persönliche Leistbarkeitsgrenze erreicht oder gar überschritten. Aber: Fast jede dritte Person (31%) mit einem Monats-Einkommen bis zu 1.500 Euro gab an, sich das Wohnen kaum mehr leisten zu können. Dieser Aussagen stimmten auch überdurchschnittlich viele Pensionist:innen (19%) sowie nicht berufstätige Menschen (22%) zu, ebenso wie Pflichtschulabsolvent:innen (23%).

Leistbarkeit im EU-Vergleich im Mittelfeld

Dennoch ist Wohnen in Österreich objektiv gesehen im internationalen Vergleich relativ gut leistbar ist. Das zeigt eine Analyse von Raiffeisen Research. 2020 wendeten die Österreicher:innen demnach für Wohnkosten (Eigentum und Miete im Schnitt gesehen) 17,7% des verfügbaren Haushaltseinkommens auf. Die durchschnittliche Mietbelastung lag mit 21,8% des Haushaltseinkommens etwas höher. Mit beiden Werten liegt Österreich im EU-Vergleich im Mittelfeld, weit hinter Ländern wie den Niederlanden oder Griechenland. Personen mit geringem Einkommen sind stärker belastet, sie gaben 2020 im Schnitt 40% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen aus. (Quelle: Eurostat; Wohn/Mietkosten inkl. Kosten für Sanierung, Heizung, Warmwasser). Die aktuellsten verfügbaren Zahlen der Statistik Austria für Österreich aus dem Jahr 2021 zeigen einen gleichbleibenden Anteil der Wohnkosten am Haushaltseinkommen von 18%. Infolge der steigenden Strom- und Gaspreise Preise sowie der Zinswende werden die Haushalte lt. Raiffeisen Research 2022 und 2023 einen größeren Teil ihres Einkommens für Wohnen aufwenden müssen. Bei einer angenommenen Verdoppelung der Energiekosten schätzen man den Anteil der gesamten Wohnkosten am Einkommen für 2022 auf rund 22%.

Ortskerne beleben um leistbaren Wohnraum zu schaffen

Potential für die Schaffung leistbaren Wohnraumes sieht man bei Raiffeisen Immobilien gerade in ländlichen Regionen. „Viele Ortskerne liegen brach. Hier gibt es enorme Flächen die – entsprechend gewidmet und adaptiert – auch für Wohnzwecke genützt werden könnten. Das würde die Gemeinden beleben, brächte Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Gleichzeitig könnte aus Leerständen leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Zu vergleichsweise günstigen Preisen, und ganz ohne weiter Bodenversiegelung.“, zeigen sich Peter Mayr und Peter Weinberger überzeugt. In Niederösterreich plant Raiffeisen Immobilien daher – gemeinsam mit lokalen Raiffeisenbanken – eine Initiative zur Belebung der Ortskerne.



Presseecho:

https://radiothek.orf.at/oe1/20220810/687244/1660126941000

https://www.immoflash.at/20220810/haushalte_werden_mehr_fuer_wohnen_aufwenden/21217/